Rote Raben unterliegen auch im zweiten Spiel –

Raben wieder gut, SCP wieder besser: Playoff-Aus nach 1:3 in Potsdam

Die Roten Raben sind im Playoff-Viertelfinale der Volleyball Bundesliga ausgeschieden.

Drei Tage nach der 1:3-Heimniederlage gegen den SC Potsdam unterlag das Team von Cheftrainer Florian Völker dem favorisierten Hauptrundenvierten auswärts in der MBS- Arena ebenfalls mit 1:3 (25:20, 24:26, 25:27, 12:25), was im „Best-of-three“-Modus gleichbedeutend ist mit dem Saisonende für die Vilsbiburgerinnen und dem Halbfinal- Einzug für den SCP. Mit Ausnahme des letzten Satzes lieferten die Raben mehr noch als im ansehnlichen ersten Duell am Mittwoch den prominent besetzten Potsdamerinnen einen großartigen Fight auf Augenhöhe – und teilweise knapp darüber. Entscheidender Faktor war, dass die Völker-Schützlinge sowohl den zweiten als auch den dritten Satz trotz einer kämpferisch mitreißenden und volleyballerisch beeindruckenden Leistung jeweils hauchdünn abgeben mussten.

Auf Seiten der Roten Raben bildeten einmal mehr Zuspielerin Lena Hartl, die Außenangreiferinnen Danielle Brisebois und Jodie Guilliams, Josepha Bock und Kayla Haneline im Mittelblock sowie Luisa Keller auf Diagonal die Starting Six, dazu Libera Myrthe Schoot. Und wie regelmäßig in den letzten Wochen ließ die Vilsbiburgerinnen vom ersten Moment an nicht den geringsten Zweifel an ihrem Erfolgshunger aufkommen – konkret: an der Absicht, ein alles entscheidendes Spiel drei in dieser Serie zu erzwingen. Mit einer im Vergleich zu Spiel eins verbesserten Block-/Feldabwehr und mutigen, aggressiven Angriffen eroberten sie eine 12:8-Führung, die sie gegen ein sichtlich überraschtes Potsdam sehr konsequent zum 25:20 ins Ziel brachten.

Auch eingangs des zweiten Satzes konnten die Raben ihr Top-Niveau halten und lagen bei der technischen Auszeit nach einer Reihe spektakulärer Punkte mit 8:4 vorne. Dass SCP-Coach Guillermo Hernandez schon bei 3:1 für Vilsbiburg seine Liga-Top-Ten- Scorerin Lindsey Ruddins für die diesmal im Außenangriff beginnende Vanessa Agbortabi brachte, hatte kurzfristig noch keinen Einfluss auf das Match – mit zunehmender Spieldauer allerdings, wie sich herausstellen sollte, umso mehr. Der zweite Satz geriet jedenfalls zu einer wilden Fahrt: Die Raben mussten den 8:8- Ausgleich und sogleich das 8:9 quittieren, schüttelten sich kurz und zogen mit 16:12 davon, bei 18:18 herrschte wieder Gleichstand, ebenso nach zahlreichen sehenswerten Rallys bei 23:23 und 24:24. Letztlich war es ein As von Potsdams Kelsey Veltman, das zum 24:26 und 1:1-Satzausgleich führte.

Im dritten Durchgang diktierte zumeist der SCP das Geschehen – doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln: Aus einem 4:8 machten die Raben ein 14:14, aus einem 15:19 sogar eine 21:20-Führung. Aber hintenraus war wieder Potsdam, für das Lindsey Ruddins als Go-to-girl mehr und mehr Verantwortung übernahm, einen Tick besser. Drei Satzbälle konnte Vilsbiburg abwehren, der vierte mündete ins 25:27 und fixierte das 1:2.

Einen vierten Satz auf Augenhöhe gegen den Favoriten konnte die Truppe von Florian Völker nicht mehr aufs Parkett zaubern. Obwohl der Coach alles versuchte und Alexis Hart auf Diagonal, Corina Glaab im Zuspiel sowie Jazmine White im Mittelblock einwechselte, war Potsdam nun in einen unwiderstehlichen Rhythmus gekommen, der über 5:9 und 10:18 letztlich zu einem 12:25 führte. SCP-Außenangreiferin Laura Emonts war es, die die 1:3-Niederlage und damit das Playoff-Aus der Raben besiegelte.

„Wir haben“, bilanzierte Völker, „das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: mit Herz, Willen und Energie zu spielen. Das war gut. Und ein paar Dinge, die wir umgestellt hatten, haben besser geklappt. Aber Fakt ist auch, dass wir in dieser Playoff-Serie keinen der knappen Sätze für uns entscheiden konnten. Wenn wir uns heute den zweiten oder dritten Satz holen, wird es richtig eng.“

Zur Analyse, so der Raben-Coach weiter, gehöre freilich auch, die hohe individuelle Qualität des Gegners anzuerkennen, konkret in dieser Partie von Lindsey Ruddins: „Sie hat heute das Spiel verändert.“ Folgerichtig wurde die US-Amerikanerin als MVP ausgezeichnet, Top-Scorerin mit 21 Punkten war sie obendrein. Bei den Roten Raben punktete Danielle Brisebois am häufigsten (16 Zähler), knapp vor Jodie Guilliams (15).

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