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Rote Raben luchsen MTV Stuttgart einen Punkt ab

Fünf-Satz-Krimi: Raben holen gegen Top-Team Stuttgart überraschenden Punkt

Denkwürdiges Match am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Ballsporthalle:

von Michael Stolzenberg

Große Freude bei den „Roten Raben“ über den Punktgewinn gegen Stuttgart Foto: Andreas Geißer

Die Roten Raben unterlagen dem aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart zwar hauchdünn mit 2:3 (15:25, 27:25, 11:25, 25:20, 15:17), zeigten indes gegen das Star-Ensemble aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt eine phasenweise entfesselte Vorstellung und waren im Tiebreak sogar nur einen einzigen Ball vom Sieg entfernt. Unter dem Strich überwiegt im RabenNest der Stolz auf die bärenstarke Leistung, ergänzt durch die Freude über den nicht eingeplanten Punktgewinn gegen einen Titelaspiranten.

Coach Florian Völker nahm im Vergleich zur Vorwoche in der Anfangsformation eine Änderung vor: Dezember-Neuzugang Alexis Hart rückte auf die Diagonalposition und feierte somit, nach dem Einsatz als Einwechselspielerin beim 1:3 gegen Dresden, ihr Debüt in der Starting Six. An der Seite der US-Amerikanerin stellten sich zu Spielbeginn Lena Möllers als Zuspielerin, die Außenangreiferinnen Danielle Brisebois und Jodie Guilliams, Josepha Bock und Kayla Haneline im Mittelblock sowie Myrthe Schoot als Libera dem Spitzenreiter entgegen.

Dies erwies sich sogleich als die erwartet anspruchsvolle Herausforderung. Im ersten Satz lagen die Raben bei 2:1 kurz in Führung, mussten die Gäste jedoch in der Folge über 4:8 auf 6:16 enteilen lassen. Am Ende mündete die Stuttgarter Dominanz in ein deutliches 15:25.

Alles anders im zweiten Durchgang: Die Roten Raben, jetzt mit Corina Glaab im Zuspiel und Luisa Keller auf Diagonal, wehrten sich mit aller Vehemenz, schalteten mindestens eine Energiestufe höher und ließen sich auch von einem 4:8 nicht entmutigen, das sie alsbald in ein 12:12 verwandelten. Buchstäblich auf Augenhöhe mit dem großen Favoriten ging’s weiter, spektakuläre Ballwechsel markierten den Weg zum 15:15, 18:18 und 23:23. Und nach Abwehr von zwei Stuttgarter Satzbällen verwertete Luisa Keller den ersten Vilsbiburger zum stürmisch umjubelten 27:25.

Auf den Satzausgleich reagierte der Tabellenführer gereizt, erkennbar wollten die Allianz-Damen sofort wieder die laut Tabelle geltenden Kräfteverhältnisse herstellen. Weil auf der anderen Seite die Raben ihr hohes Niveau aus dem zweiten Satz nicht konservieren konnten, ist die Geschichte des dritten Abschnitts schnell erzählt. Über 4:8 und 8:16 musste sich Vilsbiburg dem Stuttgarter Power-Volleyball mit 11:25 beugen.

Wer glaubte, damit würde die Gäste planmäßig Richtung Favoritensieg einbiegen, sah sich getäuscht – und zwar auf faszinierende Weise. Die Raben meldeten sich im vierten Satz erneut zurück, holten abermals auf (diesmal von 2:6 auf 12:12) und spielten sich ab 18:18 quasi in einen Rausch, was zu einem komplett beeindruckenden 25:20 und damit dem 2:2-Ausgleich führte.

Wie sich das für ein solches Match gehörte, schrieb auch der Tiebreak seine eigene Story. Bei 7:4 schienen die weiterhin großartig auftrumpfenden Raben tatsächlich auf dem Weg zur großen Überraschung, die bei 9:13 dann allerdings fast außer Reichweite war. Fast! Denn die Gastgeberinnen wollten auch das Unmögliche noch möglich machen, holten fünf Punkte in Serie – und hatten bei 14:13 Matchball. Stuttgart wehrte ihn ab – und ging schließlich mit 17:15 doch als Fünf-Satz-Sieger vom Feld.

„Das war ein emotionales Auf und Ab“, konstatierte Florian Völker noch unter dem Eindruck des dramatischen Geschehens. „Wir haben kämpferisch und emotional alles auf dem Feld gelassen, und wir haben dran geglaubt, dass wir was holen können. Ich bin schon stolz auf die Mädels. Und ab morgen freue ich mich auch über den Punkt!“

MVP wurde bei den Raben Myrthe Schoot und bei den Gästen Maria Segura Palleres, als Top-Scorer stachen Danielle Brisebois (23 Punkte) bzw. Krystal Rivers (32) hervor. Bereits am kommenden Samstag, 2. Januar, 19 Uhr, setzen Lena Möllers, Myrthe Schoot und Co. ihr Programm mit dem Auswärtsspiel beim VfB Suhl LOTTO Thüringen fort.

 

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