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Rote Raben – Heute Jazmine White

Da ist Musik drin: Jazmine White bringt neue Power in den Mittelblock

Das nennt man einen ungewöhnlichen Weg zum Volleyball:

Jazmine White Foto: Andreas Geißer

von Michael Stolzenberg

Bei Jazmine White waren es nicht Familie, Freunde oder Sportkamerad(inn)en, die den entscheidenden Impuls gaben, in jungen Jahren mit dieser attraktiven Sportart loszulegen – sondern: die Klavierlehrerin. „Als ich 10 war, sagte sie zu mir: ‚Du bist groß, du musst da mal hin’“, erzählt die heute 26-jährige Kanadierin. Und fügt schmunzelnd hinzu: „Irgendwie hat das ganz gut geklappt!“ Kann man so sagen: Jazmine White ist Profi-Volleyballerin geworden, Nationalspielerin ihres Landes und in diesem Sommer als neue Mittelblockerin ins Nest der Roten Raben geflattert. Geboren in Oshawa östlich von Toronto, spielte sie vier Jahre an der Michigan State University, bevor sie 2015 nach Europa ging: Dort war sie zunächst zwei Spielzeiten im finnischen Rovaniemi aktiv und anschließend ein Jahr bei Sm’Aesch Pfeffingen in der Schweiz, wo sie ebenso die Vizemeisterschaft holte wie in der folgenden Saison mit Fatum Nyiregyhaza. Bei dem ungarischen Team, wo Jazmine White schon einmal mit Danielle Brisebois, einem weiteren kanadischen Raben-Neuzugang dieses Sommers, zusammenspielte, kam noch der Pokalsieg hinzu. In der Saison 2019/20 streifte die 1,86 Meter große Mittelblockerin erneut das Sm’Aesch-Trikot über, ehe sie nun bei den Roten Raben anheuerte. Warum Deutschland, warum Vilsbiburg? Die Bundesliga sei eine richtig gute Liga, in der sie sich beweisen wolle, so die Kanadierin. Zudem habe Danielle Brisebois viel Gutes von ihrer gemeinsamen Zeit mit dem neuen Raben-Cheftrainer Florian Völker in Erfurt berichtet. Abgesehen davon ist Deutschland der Neu-Vilsbiburgerin durchaus nicht unbekannt – während ihrer Zeit in der Schweiz ist sie im nicht weit entfernten Schwarzwald gewandert und hat auch schon Abstecher nach Berlin und aufs Oktoberfest gemacht. Wenn sie nicht gerade volleyballerisch aktiv ist, frönt Jazmine White unterschiedlichen Interessen. Sie liest gerne, häkelt mit beträchtlicher Leidenschaft und hat sich außerdem vorgenommen, in Vilsbiburg ihr Deutsch, das sich nach den Aufenthalten in der Schweiz vor allem auf passive Kenntnis beschränkt, zu verbessern. Und last not least wäre da noch die Sache mit der Musik. Denn als Jazmine damals in sehr jungen Jahren mit Volleyball anfing, bedeutete dies zwar alsbald das Ende ihrer Übungseinheiten als mehr oder weniger talentierte Pianistin, keineswegs jedoch den Schlussstrich unter ihre Beziehung zu Musik insgesamt: Denn später spielte sie Trompete in einer Band – „und das hat mir echt Spaß gemacht“, erinnert sich Jazmine White. „Vielleicht werde ich da nach meiner Karriere wieder aktiv!“