Paul Feuerer holt bei Bronze bei der Jugend-DM

Nach Gold und Bronze erneut Bronze über 1.500 Meter – Laura Eisenreich Zwölfte über die Hindernisse

Mit einer fulminanten Schlussrunde sicherte sich Lauf-As Paul Feuerer vom LAC Passau die Bronzemedaille über 1.500 Meter der U20 bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Heilbronn. Nach einem Bummelrennen trennte sich erst auf der letzten Runde die Spreu vom Weizen. Laura Eisenreich (U18) belegte über 2.000 Meter Hindernis mit Bestzeit den zwölften Rang. Über 110 Meter Hürden verfehlte Vincent Just (U18) das Finale.

 

Paul Feuerer mit Bronze bei der Deutschen Jugendmeisterschaft über 1500m Foto: KHB

Lange war fraglich, ob die Jugend-DM überhaupt stattfindet. Der ursprüngliche Veranstalter Ulm für Anfang August zog zurück. Viele deutsche Leichtathletik-Meisterschaften sagte der DLV selbst ab. Für den Höhepunkt der Wettkampfsaison des nationalen Leichtathletik-Nachwuchses fand er im Herbst vom 4.-6. September in Heilbronn einen neuen Veranstalter. Die Trainingsstätten waren lange nicht, dann nur eingeschränkt geöffnet gewesen. Das Corona-Jahr verlangte von Deutschlands Leichtathletiknachwuchs viel Kreativität und Durchhaltevermögen in der Vorbereitung auf die Jugend-DM.

Beides bewiesen Paul Feuerer, Laura Eisenreich und Vincent Just vom LAC Passau. Zudem waren die Teilnehmerfelder wegen der Corona-Krise limitiert, maximal 20 über 1.500 Meter, 15 über 2.000 Meter Hindernis und 3.000 Meter und 24 über 110 Meter Hürden. Die DM-Norm reichte nicht. Das war das Aus für Linda Meier über 3.000 Meter, die die U18-Norm in 10:40,79 Minuten um fast zehn Sekunden unterboten hatte. Hingegen entfielen bei Feuerer, vermutlich coronabedingt, überraschend die Vorläufe. Nur zwölf Athleten mit Norm waren gemeldet. Feuerer gelang mit Bronze über 1.500 Meter ein „kleines Triple“. Auf drei verschiedenen Terrains und auf jeweils unterschiedlichen Streckenlängen gewann er 2020 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. Das Jahr begann mit Bronze über 3.000 Meter bei der Jugend-Hallen-DM in Neubrandenburg. Im Schlamm von Sindelfingen kürte er sich über sechs Kilometer zum Deutschen Crosslauf-Meister. In Heilbronn zeigte er über eine Mittelstrecke seine Qualitäten, heuer über 1.500 Meter bereits mit 3:53,60 Minuten notiert. Wie oft bei Meisterschaftsrennen ließ es das zwölf Mann starke Feld gemächlich angehen, verbummelte die ersten beiden Runden in 2:18 Minuten. Kurz vor Eingang der letzten Runde rollte der haushohe Favorit Sven Wagner (USC Mainz) das Feld von hinten auf und setzte sich mit einer massiven Tempoverschärfung deutlich ab. Zuerst eingekesselt positionierte sich Paul Feuerer ab 1.200 Meter als Vierter in Lauerstellung, direkter hinter Clemens Erdmann (LG Olympia Dortmund), rund fünf Meter hinter Jonas Völler (SC Myhl LA). 200 Meter vor dem Ziel attackierte Feuerer Erdmann, kam jedoch nicht an ihm vorbei. Beide rückten immer näher an Völler heran. Auf der Zielgeraden entwickelte sich ein heißer Kampf zwischen den dreien, den Erdmann (4:01,97 min) vor Feuerer (4:02,21 min) und Völler (4:02,78 min) nach einer 57er-Schlussrunde für sich entschied. Unangefochten gewann Wagner (3:59,51 min), der heuer bereits 3:42,47 Minuten lief.

Ende Dezember geboren, war die 15-jährige Laura Eisenreich die Jüngste im Feld der 15 Starterinnen über 2.000 Meter Hindernis der U18. Sie hatte die DM-Normen über 1.500, 3.000 und 2.000 Meter Hindernis erfüllt, sich wegen der besseren Platzierung in der Deutschen Bestenliste für die Hindernisse entschieden. Dort wurde nicht lange gefackelt, vom Start weg ein hohes Tempo angeschlagen. Pech für Eisenreich gleich am ersten Wassergraben als eine Konkurrentin quer vor ihr einscherte. Sie nahm ihr das für die Überquerung des Wassergrabens notwendige Tempo. Eisenreich behauptete sich bravourös in dem hochklassigen Feld. Mit einer Steigerung ihrer Bestzeit um eine halbe Sekunde belegte sie nach 18 Hindernissen und fünf Wassergräben in 7:18,55 Minuten Rang zwölf. Ronja Funck (TV Jahn Walsrode) gewann in 6:50,05 Minuten den DM-Titel.

 

 

 

Vincent Just Foto: Sara Just

Mit der siebtbesten Zeit von 14,46 Sekunden über die 110 Meter Hürden gemeldet, konnte sich Vincent Just berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen des Finales machen. Aber nach den drei Halbfinalläufen stand das Aus für ihn fest. 14,81 Sekunden waren zu wenig für das Finale. Just war gut gestartet. Doch ab der vierten Hürde schlichen sich ein paar Fehler ein, er agierte etwas passiv. 14,63 Sekunden hätte für das Finale gereicht.