Laufen für die, die nicht laufen können

Team XC-RUN startet geschlossen beim Wings for Life World Run 2021 und sammelt Kilometer für die Rückenmarksforschung.

Run for those who can’t ist das Motto der Veranstaltung. Beim Wings for Life World Run starten alle Teilnehmer weltweit zur selben Zeit. Dabei ist es unwichtig, ob man Spitzensportler, Hobbyläufer oder blutiger Anfänger ist. Eine Ziellinie gibt es nämlich nicht. Das Beste: Alle Startgelder und Spenden gehen zu 100 % in die Rückenmarksforschung und helfen dabei, Querschnittslähmung zu heilen. Die anfallenden administrativen Kosten übernimmt ein großer österreichischer Brausehersteller.

Wings for life run – © Marco Felgenhauer / Woidlife Photography

Das Laufformat
Der Wings for Life Run fand seit 2014 jedes Jahr im Mai als Laufveranstaltung statt. In 33 Ländern wurde zeitgleich gestartet und auf 35 verschiedenen Strecken gemeinsam und gegeneinander gelaufen. Die Besonderheit liegt darin, dass anders als bei anderen Wettkämpfen keine vorgegebene Strecke und Distanz bewältigt werden muss. Eine halbe Stunde nach dem Start macht sich ein sogenanntes „Catcher Car“ auf dem Weg, dieses Fahrzeug fährt mit einer konstant ansteigenden Geschwindigkeit und überholt so Läufer für Läufer. Gemütliche Läufer werden so beispielsweise bei Kilometer 5 überholt, Spitzensportler schwitzen schon mal bis Kilometer 60. „The only race where the finish line catches the runner“, lautet das Motto. Das Ergebnis richtet sich also nicht nach der gelaufenen Zeit, sondern nach der zurückgelegten Distanz. Dabei geht jeder gelaufene Kilometer in den Spendenpool mit ein. Das außergewöhnliche an diesem „Wettkampfformat“: Wer schneller läuft ist dieses Mal nicht eher zu Hause, sondern muss sogar noch länger laufen. Überholte Teilnehmer scheiden aus dem Rennen aus, bis weltweit nur noch 1 Sieger übrigbleibt. Im letzten Jahr erfolgte aufgrund der Pandemie die Austragung erstmalig virtuell als App-Run via Smartphone. Unvorstellbare 77.103 Läufer aus 171 Nationen starteten zeitgleich um 11.00 UTC jeder für sich mit der Smartphone-App auf eigens gewählter Strecke, ca. 2,8 Millionen Euro wurden für die Stiftung an Spenden gesammelt.

50 Kilometer als Messlatte
​Bereits im letzten Jahr nahm Markus Mingo aus Bad Kötzting, mangels Wettkampfalternativen, an der virtuellen Veranstaltung teil (wir berichteten). Nach seinem Start am Arberparkplatz konnte der Trailrunner 50,98 km zurücklegen, bis er „eingefangen“ wurde. Er belegte damit weltweit einen guten 51. Platz. Auch heuer startet Mingo wieder und hat ein ganzes Team im Rücken: Das XC-Run Team wird sich fast komplett die Ehre geben und für den guten Zweck starten. Verstärkt wird das Trail Running Team durch einige Gastläufer, die sich online registrieren und mitmachen können. „Jeder Kilometer zählt“, so fasst es Konrad Kufner aus dem Team zusammen. „Gemeinsam sind wir stark – auch in der Pandemie. Jeder läuft für sich alleine, aber Alle für ein großes Ziel. Gemeinsam wollen wir möglichst viele Kilometer schaffen und Spenden sammeln.“

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