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Benzingeruch in der Luft – Drexler Motorsport mitten drin

Salzweger Antriebsschmiede ist für die internationalen Motorsportteams der perfekte Partner

Während sich die Motorsportelite am Digital-Racer fit hält, sind andere wieder im Fulltime-Modus. Motorsport muss noch warten, auch wenn alle Zeichen auf Start stehen. Über die Situation in der Salzweger Antriebschmiede haben wir uns mit dem Inhaber Herbert Drexler unterhalten, der schon über 30 Jahre in der Vollgasszene weltweit bekannt ist.
Lesen Sie hier das »Interview der Woche«
SP4ORT.de: Wochenlang hat uns allen nun das Corona-Virus im Griff. Auch den Motorsport hat es schwer erwischt. Wie läuft es bei euch derzeit?
Herbert Drexler:    Die derzeitige Situation ist natürlich für alle Unternehmen, für jeden Einzelnen und unsere Gesellschaft allgemein eine besondere Herausforderung, die vor allem Vorsicht und Zusammenhalt verlangt.
Bis dato haben wir zum Glück noch keinen Corona-Fall bei uns und werden auch weiterhin alles tun, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter mit entsprechenden Maßnahmen zu schützen. Externen Besuch empfangen wir vorerst nicht, man greift hier natürlich auf digitale Kommunikation zurück. Dank verschiedener Kundensegmente und geschäftlicher Standbeine (so zum Bsp. auch techn. Entwicklungsdienstleitungen, auch im Bereich E-Mobility) können wir unseren Betrieb mit nur wenigen Einschränkungen und angepassten Kapazitäten weiterführen.

SP4ORT.de: Auf dem Automobilsportsektor sieht es im Verlauf bzw. in diesem Jahr und vielleicht auch in Zukunft dürftig aus. Gibt es hier bezüglich der Rennsportteams Befürchtungen?
Herbert Drexler:    Reine Rennsportteams oder -unternehmen müssen nun natürlich abwarten und sich auf eine „verspätete“ Saison einstellen. Der Großteil der Kosten entsteht ihnen bei den Renneinsätzen selbst und in Vorbereitung darauf, wie etwa Materialkosten, Personal- und Reiskosten, Rennaufflieger und Fahrzeuge können vorerst abgemeldet werden. Die Devise ist hier einfach, keine „toten Kosten“ in der Zeit der Überbrückung entstehen zu lassen und sich auf eine Nachholung der Einsätze einzustellen, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Was die Fahrer angeht, halten sich ja im Moment viele im „Simracing“ (Digital Racing) Bereich fit, um nicht ganz aus der Übung zu kommen.

VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – Lauf 1 – 62. ADAC Westfalenfahrt – 02.04.2016 – Moritz Oestreich (Petersberg), Steve Jans (Luxemburg), Clemens Schmidt (Österreich), HTP-Mercedes SLS GT3, Team: LMS-Engineering (Etzbach)

SP4ORT.de: Die DTM und alle anderen Serien bzw. Formel 1 kämpft ja um Termin für die Rennen in diesem Jahr. Glaubt ihr das es in diesem Jahr überhaupt noch Rennen geben wird?
Herbert Drexler: Wir glauben durchaus, dass die Saison zu späterem Zeitpunkt nachgeholt wird, sie könnte dann beispielsweise von August bis November laufen. So ist Stand heute beispielsweise der erste Termin der ADAC GT Masters für den 31.Juli angesetzt. Vielleicht werden nicht alle Rennserien im vollen Umfang ausgetragen und denkbar auch ohne Zuschauer vor Ort, stattdessen über Live-Streaming gegen Gebühr. So wird es ja auch bei der Bundesliga gelöst. Da aber ab nächster Woche schon wieder erste Tests am Hockenheimring laufen, ist unsere Hoffnung durchaus begründet, dass der Live Rennsport in 2020 noch nicht komplett aufzugeben ist.

SP4ORT.de: Hat die Drexler-Automotive GmbH den innovativen Ausbau seines Standortes schon abgeschlossen ? 
Herbert Drexler:    Unser Anbau, in dem vor allem Büroflächen für die Bereiche Design & Engineering und Forschung & Entwicklung entstehen, wird in den nächsten Wochen abgeschlossen.

SP4ORT.de: Falls Ihr die Produktion noch ruhen lassen müsst;  Habt ihr Kurzarbeit oder laufen die betrieblichen Erforderlichkeiten weiter?   
Herbert Drexler:    Wir haben unsere Auslastung durch Kurzarbeit und Ein-Schicht-Betrieb (statt Zwei-Schicht) leicht angepasst, jedoch sind alle anderen Abteilungen zu den üblichen Geschäftszeiten besetzt. Für den Kunden gibt es von unserer Seite keine Einschränkungen.

SP4ORT.de: Drexler-Automotive beschäftigt auch Arbeitnehmer aus dem Ausland. Wie sieht es hier aus? 
Herbert Drexler:    Wann es wieder weiter geht scheint derzeit noch ungewiss, so lange die Grenzen noch geschlossen sind.

SP4ORT.de: Wie viele Beschäftigte sind bei euch derzeit gemeldet und wie ist die derzeitige Situation im Betrieb?
Herbert Drexler:    Wir haben 120 Beschäftigte und halten uns bei Mitarbeitern aus dem Ausland natürlich an die gesetzlichen Einreise- und Arbeitsregelungen, während wir in diesem Rahmen versuchen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen.
SP4ORT.de: Seit ihr auch von Zulieferproblemen bzw. Lieferprobleme weil die Werke geschlossen haben, betroffen?
Herbert Drexler: Wir haben keine Lieferprobleme, da wir all unsere Ware rechtzeitig vorgeordert haben und ausschließlich mit Zulieferern aus Europa zusammenarbeiten.

SP4ORT.de: Zum Schluß macht das ja auch finanziellen Einbußen aus, wenn die ganzen Produktionen eingebrochen sind. Wenn man nach den Worten der Regierung geht sollten ja alle Firmen mit Entlastungen rechnen dürfen? 
Herbert Drexler: Die Kurzarbeitsregelung stellt natürlich eine gewisse Unterstützung da, jedoch liegt es am Ende immer in der Verantwortung des Unternehmens, sich für wirtschaftlich schwache Zeiten zu rüsten. Wir haben auch die Krise 2008 überstanden und uns in den letzten wirtschaftlich starken Jahren entsprechende „Polster“ gebildet.
Natürlich hatten/ haben einige Selbstständige oder Unternehmen diese Möglichkeit nicht, gerade wenn sie sich in den Anfangsstadien der Gründung befinden oder in den stark betroffenen Branchen bewegen. Hier sind nach Prüfung sicherlich Unterstützung und Entlastungen nötig.

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